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eatr Ecosystem

Nachhaltigkeit umfasst die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Ethik mit dem Ziel heutige und künftige Bedürfnisse zu befriedigen. Dank des Klimagipfels von Paris, des G7-Treffens 2015 und der Agenda 2030 gibt es einen politischen Handlungsrahmen für nachhaltige Entwicklung. Eine der Kernaussage ist die selbstverantwortliche Gestaltung: Unternehmen und Kunden entscheiden selbst wie produziert oder was konsumiert wird.

Lebensmittelhersteller haben damit die Chance, sich durch individuelle nachhaltige Innovationen oder Ausrichtungen hervorzuheben und ein vermarktungsfähiges Image auszubilden. Bereits jetzt gibt es landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistungen von unabhängiger Stelle bewerten lassen. Kommunizieren sie das Ergebnis an Geschäftspartner und Kunden, erfüllen sie damit den Wunsch des Konsumenten und des Händlers nach mehr nachhaltigen Produkten und Transparenz.

Im Lebensmittelbereich verbindet der Verbraucher intuitiv mit dem Begriff Nachhaltigkeit Bioprodukte, die umwelt-, tier- und ressourcenschützend hergestellt werden. So zeigt auch der Ernährungsreport 2019 „Deutschland, wie es isst“ des BMEL, dass für immer mehr Menschen (91%) eine gesunde Ernährung und Transparenz zu den Inhaltsstoffen (84%) sowie zur Herkunft (80%) entscheidend ist. Gleichzeitig wünschen sich ebenso viele Verbraucher Lebensmittel, die unter fairen sozialen Bedingungen und umweltverträglich hergestellt werden. Laut Handelsreport Lebensmittel legen 78% der Käufer Wert auf regionale Angebote.

Was es schon gibt

Der eatr FoodFinder berücksichtigt aktuell vier Bereiche zum Thema Nachhaltigkeit:
Bio, Zutaten aus Deutschland, Fair Trade und Verpackung ohne Kunststoff.

Eatr Regio ist neu und ebenfalls mit Filtern ausgestattet. Die individuelle Suche läuft z.Zt. über die Art des Anbieters (landwirtschaftlicher Betrieb, Hofladen, Einzelhandel etc.) und über die Filter “Bio, Tierwohl wird geachtet, regionale Produkte und natürliche Zutaten”.

Grundsätzlich bietet eatr jedem Hersteller auf der Produktseite die Möglichkeit, besondere Nachhaltigkeitsmerkmale seiner Produkte wie z.B. Herstellungsprozesse oder innerbetriebliche Arbeitsbedingungen darzustellen. Eatr schafft damit gleichzeitig ein Ranking der Ergebnisliste: Je mehr Angaben zur Nachhaltigkeit eines Produktes existieren, desto öfter werden diese Produkte auf dem Einkaufszetteln gelistet.

Neben gesundheitlichen Information und Inhaltsstoffen existieren – wenn verfügbar – schon jetzt Informationen zur Nachhaltigkeit auf der Lebensmittel-Infoseite (Energiebedarf / CO2-Foodprint / bedrohte Art / Fanggebiet).

Kleine Anleitung für kleine CO2-Fußabdrücke

Ein Urlaub auf den Malediven erzeugt durch den Flug pro Person 2,9 Tonnen CO2. Das entspricht rund 10.000 Fahrtkilometer mit dem Auto (0,193kg / 1000km)!
Eine 10-tägige Kreuzfahrt erzeugt pro Person rund 3,9 Tonnen. [4]
Für 8 Kilo Rindfleisch jährlich auf dem Teller werden rund 100 Kilogramm CO2 erzeugt. [5]

Das heißt, man dürfte 240 kg (also quasi ein Leben lang regelmäßig) Rindfleisch verspeisen, wenn man sich gegen den Malediven-Urlaub entscheidet. Und umkehrt – falls du dich vegan ernährst, um deinen CO2-Fußabdruck zu senken: Ein paar Tage Kreuzfahrt oder ein Flug in die Malediven können das gesamte CO2, dass du durch ein Leben mit fleischlosem Essen eingespart hast, mit einem Schlag wieder freisetzen! Aber natürlich setzt du in jedem Fall ein Zeichen, hast den Tod eines Rindes verhindert und tust ganz nebenbei etwas für deine Gesundheit.

Also:
Schritt 1: Auto statt Flugzeug oder Kreuzfahrt
Schritt 2: Fahrrad, eRoller oder die Öffentlichen statt Auto
Schritt 3: Mechanisches Rad statt eBike
Schritt 4: Geflügelfleisch statt Rind oder Lamm
Schritt 5: Fisch statt Fleisch
Schritt 6: Pflanzliche Kost statt Fisch

Quellen

[1] https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/methan-emissionen
[2] https://www.zeit.de/2012/13/Bio-Frage-6-Umwelt
[3] https://www.spektrum.de/news/fast-jede-dritte-farm-orientiert-sich-in-richtung- nachhaltigkeit/1587582
[4] https://germany.myclimate.org
[5] https://www.klimatarier.com/de/CO2_Rechner

Was wir planen

Eatr möchte über Nachhaltigkeit von Produkten informieren und diese bei der Auswahl im FoodFinder berücksichtigen. Besondere Beachtung verdienen schon jetzt biologische und regional produzierte Produkte durch das Modul eatr Regio. Hier werden regionale Anbieter über die Postleitzahlensuche – kombiniert mit den Filtern Bio und nur regionale Zutaten – gefunden.

Art der Verpackung, Herkunftsland, ethische Aspekte wie Tierwohl, soziale Arbeitsbedingungen und die Förderung regionaler Strukturen oder die konventionelle “best practice” sind ebenso wichtig und werden mittelfristig im eatr FoodFinder und in eatr Regio integriert.
Eatr hat die Vision, sämtliche, bereits auf dem Lebensmittelmarkt existierenden Nachhaltigkeitsstandards (z.B. Bio, Fair Trade, Rainforest Alliance etc.) zu recherchieren und zusammen zu führen. Die Ergebnisse fließen in ein neues eatr Filtersystem ein. Das hilft dem Käufer, das Lebensmittel, dessen nachhaltige Produktionsweise er unterstützen möchte, zu finden. Gleichzeitig profitieren nachhaltige Lebensmittelhersteller, da sie in den Fokus der Produktsuche des Endverbrauchers rücken.

Häufig gibt es Lebensmittel, die keinem Nachhaltigkeitsstandard zugeordnet werden können, aber trotzdem unter nachhaltigen Aspekten produziert wurden; teilweise unter Bedingungen, die über die Nachhaltigkeitsstandards hinausgehen. Dafür braucht es eigenständige Kriterien, die eatr entwickeln möchte.
Mittelfristig erarbeitet eatr deshalb ein internes Ranking aus Kriterien, die nachhaltige Maßnahmen von Produzenten bewerten. Längerfristig soll das Ranking bei allen eatr Produkten Anwendung finden.

Filter wie Herkunftsland oder Regionalität liefern schon jetzt indirekt Auskunft für den Ausstoß von Treibhausgasen. Mittelfristig führt eatr einen Carbon Footprint für Lebensmittel ein, um ein vergleichbares Maß bzgl. der Treibhausgasemissionen anzubieten.
Da es außerdem von der Jahreszeit abhängen kann (z.B. Lagerung versus Transport), welches Lebensmittel ökologischer ist, wird es kurzfristig parallel zum bereits existierenden Check von Inhaltsstoffen den saisonalen Check für Lebensmittel, vorerst für Deutschland, geben.

Die eatr Datenbank wird sukzessive erweitert und erhält kontinuierlich neue inhaltliche Verknüpfungen, die die Nachhaltigkeit eines Produktes hervorheben (z.B. Wasserverbrauch, Einsatz von Pestiziden, Schadstoffkonzentrationen etc).

COMING SOON

Für weiterführende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit, Artenschutz, Gentechnik und Bio-Siegel empfehlen wir die Website des BUND.

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