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Der Natur ausgesetzt – auf Bioböden wachsen starke Pflanzen

Je nach Stoffgruppe sind die Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen in biologischen Lebensmitteln ca. 20 % höher als in konventionell erzeugten Lebensmitteln.

Ist der Boden fruchtbar, so setzt sich die Fruchtbarkeit in den Pflanzen fort und die Pflanzengesundheit überträgt sich auf Tiere und Menschen. Davon ist der Experte für Humuswirtschaft Erhard Henning (1906 -1998) überzeugt. Der Gedanke, dass die Gesundheit von Böden, Pflanzen, Tieren und Menschen miteinander verbunden ist, ist nicht neu – allerdings immer noch nicht eindeutig verstanden.

Gesunde Böden – gesunde Pflanzen – gesunder Mensch

  • Der Boden ist der Darm der Pflanzen. Hier beginnt Gesundheit.
  • humusaufbauende Anbaumethoden haben positiven Einfluss auf die Nährstoffe in den Pflanzen.
  • Pflanzen aus der ökologischen und biologischen Landwirtschaft müssen sich verstärkt gegen natürliche Kräften schützen und bilden dadurch für Mensch und Tier gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.

Grundsätzlich besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Bodennährstoffen, dem Pflanzenwachstum und dem Mineraliengehalt im Gewebe.

Allerdings ist es in Wirklichkeit so einfach leider nicht, wenn man bedenkt, dass Pflanzensorten, Alter und Zeitpunkt der Ernte Nährstoffgehalt beeinflussen. Noch komplizierter wird es dadurch, dass Nährstoffe in der Pflanze unterschiedlich beweglich sind und sich in Pflanzenteilen (Wurzel, Stängel, Blatt, Frucht) verschieden stark anreichern. Hinzu kommen die vielfältigen Prozesse im Boden, die die Art und Menge von Nährstoffen bereitstellen und die Maßnahmen, mit denen wir Menschen (Art der Düngung, Schnitt, Schädlingsbekämpfung und Lagerung) versuchen, die Produktqualität zu beeinflussen.

Nach der Humustheorie von Aristoteles (384 v.Chr – 322 v. Chr.) und der Humuslehre von Hans-Peter Rusch (1906 – 1977) ist der Boden der Darm der Pflanzen, dessen Ziel es ist, Verdauungsarbeit zu leisten. So wie Verdauungsvorgänge im Mund, Magen und Darm des tierischen und menschlichen Organismus die zugeführte Nahrung mechanisch, chemisch und mikrobiell zerkleinert, übernimmt dies für die Pflanzen der Boden. Hier fressen, stückeln, verdauen zahlreiche Kleinsttiere, Mikroben und Mikroorganismen organischen Abfall und legen Nährstoffe sowie komplexe Verbindungen für die Pflanzen frei. Sie werden dabei von Regen, Sonne, Wind, Hitze und Frost unterstützt. Das tiefer liegende Ursprungsgestein liefert weitere wichtige Nährstoffe.

Landwirtschaftliche Systeme können die Pflanzengesundheit fördern. Dies belegen viele aktuelle Studien. In Böden, deren Humusaufbau durch biologische Anbaumethoden gefördert wird, ist z.B. der Anteil an Bodenporen hoch. Hier können Pflanzenwurzeln leicht und fein verzweigt wachsen und gut an notwendige Nährstoffe gelangen. Poren sind auch Wasserreservoire für regenarme Perioden und belüften den Boden, sodass Fäulnis verhindert wird. Durch günstige pH-Werte werden festgelegte Nährstoffe mobil und damit pflanzenverfügbar, schädliche Stoffe dagegen wie z.B. Schwermetalle werden festgelegt. Und die natürliche Gemeinschaft aus Kleinstlebewesen und Mikroorganismen im Boden reduziert das Krankheitspotenzial der Pflanzen, weil sich Schädlinge und ihre natürlichen Feinde selbst regulieren.

Pflanzen brauchen Energie in Form von Licht und Materie in Form von anorganischen Verbindungen (CO2, H2O, NO3-, H2PO4-) oder Ionen (z.B. Mg2+, Ca2+, K-, Cl- ), um organische Verbindungen für ihr eigenes Pflanzenwachstum herzustellen. Für uns Menschen und die Tiere sind das essentielle Verbindungen (z.B. Vitamine, Fettsäuren und Aminosäuren, energiereiche kohlenstoffhaltige organische Verbindungen). 
Jüngste Vergleiche zwischen ökologischen und konventionellen Produkten zeigen, dass biologisch angebautes Gemüse verstärkt diese sekundären Pflanzenstoffe bilden. Ursache ist möglicherweise verstärkter Pflanzenstress. Denn, sind Pflanzen durch Trockenheit, Hitze, Kälte, Insektenfraß, Bakterien, Pilze, Viren oder Abknicken gestresst, bilden sie verstärkt Abwehr- und Regenerationsstoffe – die sekundären Pflanzenstoffe.

In der ökologischen-biologischen Landwirtschaft erfahren Pflanzen Stress, weil sie sich durch den Verzicht von Insektiziden und Pestiziden gegen Schad- und Krankheitserregern schützen müssen.

Dr. Stefanie Harwart
Initiatorin von www.kompostino.de
wenn der Blumenkasten vom Bioacker lernt: Edelkomposterde fixfertig für Minifarmen